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Stadtporträt

Schierstein im Wandel

Die Geschichte von Schierstein lässt sich bis in die Frühzeit zurückverfolgen.

Ursprünge und frühe Entwicklung

Schierstein blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die Steinzeit reicht. Funde aus der Römerzeit belegen eine frühe Besiedlung. Besonders die Jupitergigantensäule hebt sich als bemerkenswertes Relikt hervor. Heute ist sie an der Uferpromenade ein imposantes Zeugnis der Vergangenheit.

Weinbergeim Sonnenschein.
Die Geschichte von Schierstein lässt sich bis in die Frühzeit zurückverfolgen.

Zwölftes bis 18. Jahrhundert

Im zwölften Jahrhundert kam Schierstein unter die Herrschaft der Grafen von Nassau. Das Kloster Bleidenstadt hatte bis ins 18. Jahrhundert großen Einfluss auf die Region. Nach der Reformation im Jahr 1547 wechselte die Bevölkerung überwiegend zum Protestantismus. Im 17. Jahrhundert setzte ein Rückgang ein, bedingt durch militärische Konflikte, doch im 18. Jahrhundert erholte sich Schierstein und wuchs auf über 600 Einwohner.

19. Jahrhundert: Industrialisierung und Infrastruktur

Im 19. Jahrhundert nahm Schierstein durch die Etablierung seines Hafens Fahrt auf. Dieser diente zunächst der Holzflößerei und Fischerei. 1917 wurde der Ort an das Eisenbahnnetz angeschlossen, was die Industrialisierung beschleunigte. Gleichzeitig trugen die Einführung der Gasversorgung und einer Kläranlage zur Modernisierung bei. 1926 wurde Schierstein schließlich ein Stadtteil Wiesbadens und die Bevölkerung wuchs auf rund 5.000.

20. Jahrhundert: Krieg und Wiederaufbau

Während der NS-Zeit wurden Schiersteins jüdische Mitbürger verfolgt. Die Synagoge wurde 1938 in der so genannten Reichskristallnacht zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich die Stadt auf den Wiederaufbau, wobei der Wohnungsbau für Flüchtlinge und Vertriebene im Vordergrund stand. In den 1950er und 1960er Jahren setzte sich die Entwicklung fort, wobei sich Wohn- und Industrieflächen zunehmend vermischten und Schierstein so zu einem gefragten Wohnort wurde.

Neuer Wohnraum, Gewerbe und Industrie

Nach dem Krieg war die Schaffung neuen Wohnraums in Schierstein eine der zentralen Aufgaben. Moderne Großsiedlungen mit viel Grünfläche machten den Stadtteil besonders attraktiv für Familien. Neben der Ansiedlung neuer Gewerbebetriebe blieben Traditionsunternehmen wie die Söhnlein-Sektkellerei und die Glyco-Metallwerke bedeutend. Landwirtschaft und Weinbau blieben weiterhin prägend für das Bild Schiersteins.

Hafen und Freizeit

Schierstein ist für seinen Hafen bekannt, der nicht nur als Anlaufstelle für Bootsfahrten und Regatten dient, sondern auch als Zentrum für die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und als Naturparadies rund um die angrenzenden Naturschutzgebiete. Die Dyckerhoff-Brücke und die Radwege entlang des Rheins machen den Ort noch attraktiver für Ausflügler. Das jährlich stattfindende Hafenfest, ein Highlight für Wiesbaden und darüber hinaus, zieht Tausende von Besuchern und Besucherinnen an.

Historisches Highlight

An der Schiersteiner Uferpromenade steht ein Relikt aus der Römerzeit: die Jupitergigantensäule. Diese monumentale Säule, datiert auf das Jahr 221 nach Christus, ist ein einzigartiges Zeugnis römischer Architektur und Mythologie.

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