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Verkehrsentwicklungsplan Wiesbaden 2030

Bestandsanalyse und historischer Kontext

Der Verkehrsentwicklungsplan 2030 für Wiesbaden stellt detaillierte Analysen und Konzepte vor, die eine nachhaltige Mobilität ermöglichen sollen – von Fuß- und Radverkehr bis hin zu digital gesteuerten ÖPNV-Lösungen. Leserinnen und Leser erhalten Einblicke in die Herausforderungen und Lösungsansätze der Stadt.

Wiesbaden, als zentrale Stadt der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, steht vor vielfältigen Mobilitätsherausforderungen. Die Analyse zeigt, dass rund 48 % der Wege mit dem motorisierten Individualverkehr zurückgelegt werden, während Fußverkehr, Radverkehr und öffentlicher Nahverkehr zusammen etwa 52 % ausmachen. Auffällig ist der hohe Anteil des Fußverkehrs – ca. 31 % –, während der Radverkehr nur rund 6 % beträgt. Seit 2015 befindet sich die Neuentwicklung des Verkehrsentwicklungsplans in Arbeit – ein deutlicher Bruch von 15 Jahren zum Vorgängerplan. Dies spiegelt den Wandel der Mobilitätsstile und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wider und bildet mit einer detaillierten Erfassung der aktuellen Verkehrsstrukturen die solide Grundlage für alle zukünftigen Maßnahmen.

Ziele, gesellschaftliche Teilhabe und Stakeholder-Einbindung

Der Plan will Wiesbaden zu einer modernen, nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilitätsstadt machen. Neben der dringenden Reduktion von CO₂-Ausstoß und Schadstoffen wie Stickoxiden steht die Verbesserung der Verkehrssicherheit im Fokus. Maßnahmen an bekannten Unfall-Hotspots und gefährlichen Kreuzungen sollen die Zahl schwerer Unfälle senken. Die Lebensqualität in der Innenstadt wird gesteigert, indem der autogesteuerte Verkehr reduziert und verkehrsberuhigte Zonen geschaffen werden. Ein inklusiver Ansatz stellt sicher, dass Mobilitätschancen für alle Bevölkerungsgruppen – sowohl für Bürgerinnen als auch für Bürger – gleichermaßen gewährleistet sind.
Wesentlich ist dabei die umfassende Einbindung unterschiedlicher Akteure: Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Bildung, sozialen Einrichtungen und der Stadtverwaltung sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger wurden in den interaktiven Beteiligungsprozess einbezogen. Diese enge Zusammenarbeit sorgt dafür, dass unterschiedliche Perspektiven, konkrete Wünsche und kritische Anmerkungen in den Plan einfließen und so praxisnahe Lösungen entwickelt werden können.

Szenarien der zukünftigen Verkehrsentwicklung

Die Prognosen stützen sich auf zwei zentrale Szenarien. Im Bezugsfall – dem „Weiter-so“-Modell – werden alle bereits beschlossenen Maßnahmen und erwartete demografische Veränderungen berücksichtigt. Das Innovationsszenario hingegen setzt auf umfangreiche, zukunftsweisende Maßnahmen wie einen vollständig emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr, den gezielten Ausbau des Radverkehrs sowie den Einsatz moderner, digitaler Verkehrsmanagementsysteme. Detaillierte Vergleichstabellen in den zugrunde liegenden Dokumenten belegen, dass im Innovationsszenario der Anteil des motorisierten Individualverkehrs deutlich sinkt, während Fuß- und Radverkehr leicht zunehmen. Diese quantitativen Unterschiede, etwa in Form von eingesparten Pkw-Kilometern und verkürzten Fahrzeiten, unterstreichen den Mehrwert der innovativen Ansätze.

Wirkungsanalyse, technologische Ansätze und Herausforderungen

Die Wirkungsanalyse zeigt, dass die geplanten Maßnahmen zu einer deutlich verbesserten Luftqualität und einem geringeren Lärmpegel führen – Effekte, die sich unmittelbar positiv auf den Verkehrsfluss auswirken. Eine effizientere Verkehrsführung steigert die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen und Versorgungseinrichtungen, was wiederum auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Moderne digitale Steuerungssysteme und intelligente Verkehrsmanagementlösungen spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie ermöglichen nicht nur eine dynamische Steuerung des Verkehrs, sondern helfen auch, den innerstädtischen Suchverkehr zu reduzieren.
Zugleich wird in den Dokumenten auf mögliche Herausforderungen hingewiesen. Dazu zählen insbesondere die Finanzierung der umfangreichen Maßnahmen, die Koordination der beteiligten Akteure und die Akzeptanz in der Bevölkerung. Nur durch eine klare Strategie zur Bewältigung dieser Punkte – unterstützt durch regelmäßige Erfolgskontrollen und Anpassungen – kann der nachhaltige Erfolg des Plans sichergestellt werden.

Integriertes Handlungskonzept und adaptive Steuerung

Im integrierten Handlungskonzept werden alle Verkehrsträger berücksichtigt. Der Ausbau und die Verbesserung von Gehwegen sowie sichere Querungen fördern den Fußverkehr, während der gezielte Aufbau eines durchgängigen und sicheren Radwegenetzes den Radverkehr stärkt. Der öffentliche Nahverkehr wird durch Maßnahmen wie die Elektrifizierung der Busflotte und dichtere Taktungen modernisiert. Intelligente Verkehrsmanagementsysteme und ein umfassendes Parkraummanagement sorgen im motorisierten Individualverkehr für eine spürbare Entlastung. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch innovative Ansätze im Güterverkehr, um den Wirtschaftsverkehr effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten. Der schrittweise Umsetzungsprozess – von kurzfristigen Maßnahmen wie der Optimierung von Ampelschaltungen bis hin zu langfristigen Infrastrukturprojekten – ermöglicht es, flexibel auf unvorhergesehene Entwicklungen zu reagieren.

Verknüpfung mit der städtischen Gesamtentwicklung

Mobilität wird in Wiesbaden als integraler Bestandteil der Stadtentwicklung verstanden. Die strategischen Maßnahmen des Verkehrsentwicklungsplans stehen in engem Zusammenhang mit den Zielen in den Bereichen Wohnen, Wirtschaft und Umweltschutz. So entsteht ein Lebens- und Begegnungsraum, der den Ansprüchen einer modernen Großstadt gerecht wird und sowohl Bürgerinnen als auch Bürgern ein hohes Maß an Lebensqualität bietet. Die Verbindung von infrastrukturellen Maßnahmen, technologischem Fortschritt und der aktiven Einbindung aller relevanten Akteure bildet das Fundament für ein nachhaltiges und zukunftsorientiertes Verkehrssystem.

Tiefbau- und Vermessungsamt

Anschrift

Gustav-Stresemann-Ring 15
65189 Wiesbaden

Postanschrift

Postfach 3920
65029 Wiesbaden

Hinweise zum ÖPNV

Haltestelle Statistisches Bundesamt; Buslinien 16, 27, 28, 37, 45, X26, 262

Öffnungszeiten

Termine nur nach Vereinbarung.

Angaben zur Barrierefreiheit

  • Ein barrierefreier Zugang ist vorhanden
  • Das WC ist barrierefrei zu erreichen

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