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Gründungsportraits

Rainbow-Day GmbH

Wir l(i)eben Vielfalt und unterstützen die queere Community

Sebastian Krug von Rainbow-Day GmbH

Unternehmen  Rainbow-Day GmbH

Gründer: Sebastian Krug

Gründungsdatum: 3. Juli 2023 

Branche und Unternehmen: Personaldienstleistungen

 

Was treibt Dich an? Was ist Dein Leitspruch?

Lokale Vielfalt sichtbar machen. 

 

Worum geht es bei Deiner Gründung und was ist das Besondere daran?

Wir sind die Rainbow-Day GmbH, ein kleineres Start-up mit Sitz in Wiesbaden. Unsere Themen sind bunte Karriereservices, unser Hauptprodukt sind die „Rainbow-Days“. Diese sind Karrieremessen, die für die queere Community - und alle die Vielfalt leben und schätzen - konzipiert wurden. Hier steht der Mensch mit der eigenen Persönlichkeit im Fokus und nicht nur, die bisherige Ausbildungsform.

Die Premiere fand in 2023 an der Goethe-Universität statt, als einziges LGBTQIA+ Karriereformat an einer Hochschule in Europa! Nach dem großen Erfolg in Frankfurt sind die Rainbow-Days in viele Regionen gewandert (dort in zentralen Räumlichkeiten). Dies ist eine unserer Besonderheiten: der lokale / regionale Fokus. Durch diesen setzen wir voll auf Nachhaltigkeit im Hinblick auf Anreiseentfernungen und bringen Interessen aus der jeweiligen Gegend auf den „(Messe-)Tisch“. Aktuell findet der Rainbow-Day pro Jahr 4x in Deutschland (Frankfurt, Hamburg, Köln, München), 1x in Österreich (Wien) und nächstes Jahr erstmalig in Luxemburg statt. Weitere Standorte sind in Planung. In Österreich waren wir (und in Luxemburg werden wir) die erste queere Karrieremesse des (jeweiligen) Landes (sein)!

 

Was sind Deine ersten Erfolge?

Für die Rainbow-Day GmbH ist die Kooperation mit der Goethe-Universität Frankfurt (über den Career Service) essentiell, und die dortige Zusammenarbeit mit den studentischen Organisationen am Campus. Erfolge sind für uns auch, wenn wir Kooperationen mit Community-Organisationen und -Vereinen schließen können, die unser Engagement wertig und unterstützenswert finden. Gemeinsam erreichen wir mehr ist keine Modefloskel.

 

Wie ist Dein beruflicher Werdegang?

Ich habe eher klassisch begonnen: Fachabitur, Berufsausbildung, Studium. Dann ein Praktikum bei einem Großkonzern. Im Studium habe ich aber schon über einen Verein eine Jobmesse organisiert und bin so dann auch zu meiner ersten Festanstellung nach dem Studium gekommen. Dort bin ich 10 Jahre geblieben - um danach meine erste Firma zu gründen. Die habe ich 2019 abgegeben. In der Corona-Zeit habe ich in Wiesbaden pro bono für das „Freiwilligenzentrum Wiesbaden“ Projekte organisiert, u.a. einige kleinere Konzerte für die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen (die wie wir alle ja nicht raus durften und sehr eingeschränkt Erlebnisse hatten). Es hat mich persönlich sehr inspiriert sich sozial zu engagieren. Dann habe ich die Arbeit an einer Universität angestellt kennenlernen dürfen und bin im Anschluss, erstmal nur in Teilzeit, in die Unternehmertätigkeit zurückgekehrt. 

 

Was war für Dich der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Der Impuls für die Rainbow-Days kam daher, dass es eine solche lokale Initiative (zu einem Karriereevent für die queere Community) bisher nicht gab, es aber mehr als Zeit wurde. Alle Menschen sind gleich wichtig, und verdienen unsere Unterstützung. Alle Personen sollten sich am Arbeitsplatz sicher- und wohlfühlen. Diskriminierung und Ungleichbehandlung haben – auch – im Berufsleben keinen Platz. Wir wollen mit unseren Services helfen, diese Weltoffenheit in den Alltag zu bringen.   Da ich selbst über 20 Jahre Berufserfahrung in der Organisation und Umsetzung von Karriereevents hatte, war es für mich „Ehrensache“, dass ich diese Erfahrung jetzt auch in Vielfaltsfragen zur Verfügung stelle. Rein aus „Geschäftsthemen“ wären andere Aufgaben und Themen sicher einfacher zu bewältigen (gewesen), aber ich wollte gern etwas bewirken und Menschen unmittelbar unterstützen.

 

Wer hat Dich beraten, wer sind Deine Helfer und Mentoren?

Einen direkten Mentor hatte ich keinen. Bei meiner ersten Firmengründung in 2010 konnte ich auf die beiden Unternehmen schauen, bei denen ich als Angestellter viele Jahre gearbeitet habe. Da nimmt man schon Erfahrungswerte mit, was man ähnlich oder anders machen will (und dann wird). Für die Rainbow-Days habe ich mich innerhalb der Community umgehört, aber dann einfach entschieden, den Versuch zu wagen.

 

Wie hast Du die ersten Tage als Gründer erlebt?

Los geht’s! Da ich schon ein Unternehmen in 2010 gegründet hatte, war es für mich jetzt nicht das ganz neue – ABER – es fühlte sich dennoch aufregend an, nochmal loszulegen. Gründen bedeutet nicht die stetige Freiheit, die viele (gerade auch angestellte) Menschen damit verbinden, aber es bedeutet an der persönlichen Idee arbeiten zu dürfen.

 

Was war Deine größte Herausforderung und wie hast Du diese gemeistert?

Die Herausforderung ist täglich da. Wir müssen Unternehmen begeistern und akquirieren, was aktuell sehr komplex ist. Auch die queere Community zu erreichen ist kein Selbstlauf, weil die Menschen erst einmal Vertrauen in unsere Services aufbauen müssen. Wir versprechen aber: wir bleiben dran.

 

Wie machst Du auf Dein Unternehmen aufmerksam? Was ist Deine beste Vermarktungsidee?

Wir haben zwei Kundenzielgruppen. Unternehmen, die unsere Dienstleistungen entgeltlich kaufen sollen und Menschen der queeren Community (und alle, denen Vielfalt wichtig ist), die unsere Services kostenfrei nutzen können. Beide brauchen wir für eine erfolgreiche Firma. Die Ansprache ist komplett unterschiedlich. Aber es ist immer ein Maßnahmenmix, der auf verschiedenen Säulen basiert (online, offline, persönlich). Essentiell ist, dass wir authentisch sind und bleiben und die Menschen „da draußen“ das auch spüren.

 

Wie hast Du die Finanzierung Deiner Gründung umgesetzt?

Komplett aus Eigenrücklagen (u.a. meinem früheren Unternehmen MYJOBFAIR GmbH).

 

Welchen Traum möchtest Du noch verwirklichen?

Mehr Gelassenheit bei mir selbst erreichen. Und vielleicht nochmal Journalismus studieren.

 

Bitte ergänze folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...

... noch mehr mit meiner Tochter unternehmen und ihr zeigen, dass die Welt wirklich bunt ist. Und das ist gut so.

 

Was ist Dein besonderer Tipp: Was würdest Du Gründerinnen und Gründern empfehlen?

Ich habe höchsten Respekt vor Gründenden, die direkt nach der Ausbildung / dem Studium loslegen oder als quereinsteigende branchenfremde Person. Aus meiner Perspektive: vorherige Berufserfahrung hilft enorm und erleichtert einen möglichen Erfolg. Auch wenn es nach Plattitüde klingt, Fleiß ist zudem unersetzbar, gleichgesetzt mit der eigenen persönlichen Note. Wer freundlich und interessiert (an anderen) ist, hat zudem einen großen Vorsprung heutzutage. Und bitte nicht „mundfaul“, anderen die Gesprächsführung stets aufzubürden, ist für das Gegenüber anstrengend – und unternehmerisch alles andere als ratsam.

Zusammengefasst: Sei mutig!

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