Marktanalyse des Gutachterausschusses für das Jahr 2025
Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Immobilienwerte für den Bereich der Stadt Wiesbaden hat den Immobilienmarktbericht 2025 auf der Grundlage der in 2024 ein-gegangenen Kaufverträge erstellt und unter gds.hessen.de und wiesbaden.de als kosten-losen Download bereitgestellt.
Gemäß Paragraf 195 (1) BauGB erhält die Geschäftsstelle zur Führung einer Kaufpreissammlung von jedem Vertrag zur Grundstücksübertragung in Wiesbaden eine Abschrift von der beurkundenden Stelle, was umfangreiche Auswertungen von Transaktionen der unter-schiedlichen Marktsegmente ermöglicht und so erheblich zur Transparenz auf dem örtlichen Immobilienmarkt beiträgt. Für Fachleute beinhaltet der Immobilienmarktbericht zudem Auswertungen von Liegenschaftszinssätzen und Ertrags-, beziehungsweise Sachwertfaktoren einzelner Gebäudekategorien. Außerdem werden jedes Jahr die aktuellen Vergleichsfaktoren für Ein- und Zweifamilienhäuser nach Paragraf 183 Bewertungsgesetz veröffentlicht. Diese dienen zur Ermittlung des gemeinen Werts einer Immobilie gemäß dem Erbschaftssteuerreformgesetz.
2024 wurden der Geschäftsstelle 2.211 Kaufverträge von den beurkundenden Notaren zugesandt. Damit wurde die Talsohle 2023 mit nur 1.914 Kaufverträgen durchschritten und es gingen auch knapp 3 Prozent mehr Kaufverträge als in 2022 (2.149) ein. Der Zuwachs gegenüber 2023 ergab sich überwiegend aus Verkäufen von Wohnungs- und Teileigentum, mit 1.393 Kauffällen ein Plus von ca. 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1.111). Die Zunahme von verkauften bebauten Grundstücken betrug mit 583 Verkäufen 6 Prozent gegenüber 2023.
Auffällig ist, dass die Anzahl verkaufter bebauter Grundstücke mit Wohnbaunutzung in jeder der nachfolgenden Gebäudekategorien gegenüber 2023 stieg bei durchgängig rückläufigen Durchschnittspreisen. Die Preisrückgänge lagen gegenüber 2023 im Durchschnitt bei rd. 11 Prozent bei Reihenhäusern, rund 16 Prozent bei Reihenendhäusern, rund 10 Prozent bei Doppelhaushälften, Zweifamilienhäusern und Altbauvillen, rund 8 Prozent bei Dreifamilienhäusern und rund 28 Prozent bei freistehenden Einfamilienhäusern. Natürlich sind die einzelnen Gebäudekategorien u. a. je nach Lage, Baujahr, Größe unterschiedlich und deswegen nicht eins zu eins vergleichbar von einem Jahr aufs nächste. Dass jedoch alle Preise rückläufig sind bei durchweg ansteigenden Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahr zeigt offensichtlich, dass die Preisrückgänge gegenüber den erheblich höheren Preisen vor 2022 inzwischen vom Markt angenommen werden.
So lag der durchschnittliche Preis 2024 in Wiesbaden beispielsweise für Reihenhäuser bei 473.000 Euro, für Reihenendhäuser bei 517.000 Euro und bei 644.000 Euro für Doppelhaushälften. Zweifamilienhäuser kosteten im Schnitt 579.000 Euro und Dreifamilienhäuser 687.000 Euro. Die Preise von Wohnungseigentum waren relativ stabil im Vergleich zu 2023, wiederverkaufte Eigentumswohnungen lagen mit durchschnittlich 3.757 Euro/m² Wohnfläche rund 1,5 Prozent unter dem durchschnittlichen Preis vom Vorjahr. Neubauwohnungen wurden im Schnitt ca. 7,3 Prozent unter den Vorjahrespreisen gehandelt, was jedoch überwiegend daran lag, dass letztes Jahr anteilig mehr Wohnungen in den Toplagen zu Höchstpreisen verkauft wurden. Der Durchschnittspreis einer Neubauwohnung lag 2024 bei rund 7.000 Euro/m², die Spanne bewegte sich zwischen ca. 4.000 - 14.500 Euro/m² Wohnfläche.
Der mittlere Kaufpreis von 24 unbebauten Wohnbaugrundstücken lag 2024 mit 1.166 Euro/m² rund 16 Prozent unter dem mittleren Preis von 2023. Davon konnten 6 Kauffälle der Nutzungsart Geschosswohnungsbau zugeordnet werden und 15 Kauffälle wurden zum Bau von Ein- oder Zweifamilienhäusern erworben. Insgesamt ist die Neubautätigkeit auf sehr niedrigem Niveau. In den Jahren vor 2022 lag die Anzahl von Verkäufen unbebauter Wohnbaugrundstücke regelmäßig bei dem 3 bis 4-fachen, teilweise 5-fachen der Verkaufszahlen von 2024.
Abschließend noch zwei Hinweise: Seit 2022 veröffentlicht die Geschäftsstelle auf wiesbaden.de unter „Wissenswertes“ halbjährlich eine Doppelseite mit kompakten Marktdaten zur Dokumentation der unterjährlichen Marktentwicklung. An dieser Stelle wird auch das aktuelle Gebührenverzeichnis (Stand 1. September 2022) veröffentlicht.
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Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen unter der 0611 310 an die Telefonzentrale des Rathauses wenden.