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Wiesbaden lebt Demokratie – jeden Tag

Demokratie beginnt nicht im Bundestag – sondern im Stadtteiltreff, in der Kita oder im Schaufenster einer Buchhandlung. Demokratie wird jeden Tag gelebt. Wie lebendig sie in Wiesbaden ist, zeigte sich am Dienstag, 25. März, beim Besuch von Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher in der Büchergilde am Bismarckring 27.

Dort ist aktuell die liebevoll gestaltete Schaufensterausstellung „Archiv Schwarzer Persönlichkeiten und Geschichten of Color“ der Wiesbadener Illustratorin Mariela Georg zu sehen. Eindrucksvolle Porträts schwarzer Persönlichkeiten aus Deutschland und der Welt werden dabei von literarischen Werken begleitet, die ihren Stimmen und Perspektiven Raum geben. Eine Ausstellung, die nicht nur Vielfalt sichtbar, sondern auch demokratische Werte im Alltag erlebbar macht. Die Ausstellung findet in Kooperation mit der Fach- und Koordinierungsstelle „Demokratie Leben in Wiesbaden“ statt und ist Teil der Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, die noch bis zum 30. März stattfindet. 

Für Sozialdezernentin Dr. Becher war der Besuch mehr als ein symbolischer Termin, er steht für eine klare Haltung gegen Diskriminierung und für eine offene, vielfältige Stadtgesellschaft: „Demokratie bedeutet, hinzusehen, zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen – gerade dort, wo Menschen sich ausgeschlossen oder diskriminiert fühlen. In Wiesbaden schaffen wir Räume, in denen Menschen ihre Geschichte erzählen können, sich begegnen und mitgestalten. Das ist kein Selbstläufer, sondern eine Aufgabe, der wir uns jeden Tag aufs Neue stellen. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Spaltung zunimmt und demokratische Grundwerte offen infrage gestellt werden, braucht es entschlossene kommunale Arbeit für Zusammenhalt. Demokratie muss nicht nur geschützt, sondern jeden Tag aktiv gestaltet werden – und das tun wir in Wiesbaden mit vielen engagierten Partnerinnen und Partnern.“

Seit über 17 Jahren beteiligt sich Wiesbaden am Bundesprogramm „Demokratie leben!“, das deutschlandweit über 320 Kommunen und Landkreise bei der Förderung demokratischer Kultur unterstützt. In der hessischen Landeshauptstadt ist daraus ein vielschichtiges Netzwerk entstanden: Die Wiesbadener Partnerschaft für Demokratie entwickelt gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren Projekte, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, Vorurteile abbauen und Teilhabe ermöglichen – niederschwellig, lebensnah und wirksam. Ein Beispiel dafür ist der „Laden im Parkfeld“ in Biebrich – ein Treffpunkt, an dem Fachkräfte aus Jugendhilfe, Sozialarbeit und Quartiersentwicklung generationenübergreifende Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gestalten: von Hausaufgabenhilfe und offenen Kinder- und Jugendnachmittagen über Musikworkshops bis hin zu Stadtteilfesten. Der Laden ist nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch ein Ort, an dem Menschen spüren „Meine Stimme zählt“.

Ein zentrales Format der lokalen Demokratiearbeit ist das Veranstaltungsprogramm „WIR in Wiesbaden“, das seit 2008 jährlich stattfindet. Über 50 zivilgesellschaftliche Organisationen, von Kulturvereinen über Bildungsinitiativen bis hin zu Glaubensgemeinschaften, gestalten gemeinsam ein vielfältiges Programm mit Lesungen, Diskussionen, Workshops, Filmvorführungen und Kunstaktionen. Der Grundgedanke dabei ist: Wer miteinander ins Gespräch kommt, kann Vorurteile überwinden und neue Perspektiven gewinnen. Für 2025 ist bereits eine Fortsetzung geplant, wieder mit thematischen Schwerpunkten rund um Vielfalt, Demokratie und Zusammenhalt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der frühen Bildung. Kitas und Grundschulen werden gezielt darin unterstützt, Vielfalt bewusst zu leben und Diskriminierung entgegenzuwirken. Fachkräfte reflektieren in Workshops ihre Arbeit, analysieren Materialien und erhalten finanzielle Mittel, um Kinderbücher anzuschaffen, die diversitätsbewusst, empowernd und frei von Klischees sind. Ergänzt wird dies durch den Themenschwerpunkt „Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in Kita und Grundschule“, der mit pädagogischen Materialien – etwa dem Bilderbuch „Unsere Würde“ – sowie einem Kompetenznetzwerk innovative Ansätze zur Förderung von Inklusion und Respekt in der frühkindlichen Bildung umsetzt.

Für Jugendliche gibt es mit dem „Jugendforum Wiesbaden“ ein Beteiligungsformat, das echte Mitgestaltung ermöglicht. Junge Menschen zwischen 14 und 27 Jahren können eigene Ideen einbringen und in selbstverwaltete Projekte umsetzen – pädagogisch begleitet durch den Stadtjugendring (SJR) und im engen Austausch mit der Stadt. So lernen sie nicht nur, wie demokratische Prozesse funktionieren, sondern gestalten sie aktiv mit.

Die vielen Projekte zeigen: Demokratie lebt in Wiesbaden nicht in Leitbildern oder Sonntagsreden – sondern im Alltag, in konkreten Begegnungen, in Bildungsangeboten und kreativen Formaten. Für 2025 sind bereits neue Initiativen geplant, die aktuelle Herausforderungen wie gesellschaftliche Spaltung, Desinformation oder Alltagsrassismus aufgreifen. Das Engagement bleibt notwendig – und in Wiesbaden ganz selbstverständlich Teil des städtischen Selbstverständnisses.

Weitere Informationen sowie Beteiligungsmöglichkeiten finden Interessierte unter demokratie-leben-in-wiesbaden.de oder im aktuellen Bericht der Fach- und Koordinierungsstelle piwi.wiesbaden.de/dokument/v/3311048.

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Bilder

Gruppenfoto
(v.l.): Wiebke Ignatz (Büchergilde Wiesbaden), Gabriele Reiter (Fach- und Koordinierungsstelle „Demokratie Leben in Wiesbaden“), Dr. Patricia Becher (Sozialdezernentin der Landeshauptstadt Wiesbaden)
Ausstellung
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Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen unter der 0611 310 an die Telefonzentrale des Rathauses wenden.

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