Inhalt anspringen
Hintergründe, Herausforderungen und Ansätze

Innenstadt im Wandel

Ursachen für den Wandel der Wiesbadener Innenstadt und was die Stadt für eine lebendige City unternimmt.

Stadtansichten

Die Wiesbadener Innenstadt ist seit je her ein Ort des urbanen Zusammenlebens. Als solcher ist sie mit ihrer Lebendigkeit und Nutzungsmischung in einem dauerhaften Prozess der Weiterentwicklung - von der Römerzeit und dem Mittelalter, über die Zeit der Nassauer und der Weltkurstadt im Kaiserreich bis hin zur heutigen Landeshauptstadt von Hessen.

Der Transformationsprozess der Wiesbadener Innenstadt ist verbunden mit einer Veränderung ihrer Funktionen, wie zum Beispiel von Handel, Wohnen, Arbeit, Gastronomie, Bildung oder Kunst und Kultur.



Zugleich prägen technischer Fortschritt und Digitalisierung, gesellschaftliche Veränderungen wie demografischer Wandel, verändertes Kaufverhalten und neue Lebensentwürfe den Veränderungsprozess wie auch politische Rahmenbedingungen, Strukturwandel im Handel oder der Klimawandel. Damit einher gehen vielfältige soziale, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen, die auf das Herz der Stadt und deren verschiedene Nutzungen einwirken. Die drängenden Handlungsbedarfe zur Weiterentwicklung des Stadtzentrums wurden durch die Corona-Pandemie beschleunigt.

Handlungsansätze zur Stärkung der Innenstädte

Neben den Herausforderungen bietet der Transformationsprozess der Innenstadt aber auch vielfältige Chancen für Wiesbaden. Sie gilt es zu erkennen und in gute Lösungen umzusetzen. Eine Neuorientierung von bislang stark einzelhandelsgeprägten Quartieren und Handlungsräumen hin zu neuen multifunktionalen Nutzungen eröffnet neue Möglichkeitsräume, von der in vielerlei Hinsicht positive Impulse ausgehen. Es hat sich gezeigt, dass multifunktional aufgestellte Zentren mit einer vielfältigen Mischung der verschiedenen Nutzungen besonders gut auf den Strukturwandel reagieren können. Zugleich ist das Herz der Stadt Identifikationsort für die Bürgerinnen und Bürger und benötigt als lebendiges Zentrum eine hohe Aufenthaltsqualität, die auch den Auswirkungen des Klimawandels begegnet. Zentrale Voraussetzung für eine starke Wiesbadener Innenstadt ist dabei, dass die vielfältigen Akteursgruppen eingebunden werden und zusammenwirken.

Entwicklung und Förderung der Innenstadt

Mit dem "Masterplan Innenstadt" wurde eine strategische Konzeption als Leitlinie für die Weiterentwicklung der Wiesbadener Innenstadt in den kommenden Jahren beschlossen. Als breit angelegter Prozess der Stadterneuerung beschreibt sie verschiedene Handlungsfelder, strategische Ziele sowie kurz- und mittelfristige Maßnahmen, um das Zentrum der Landeshauptstadt als attraktiven Einkaufs- und Erlebnisraum zu fördern sowie Visionen für die Zukunft zu entwickeln.

Förderprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren"

Aufbauend auf dem "Masterplan Innenstadt" hat sich Wiesbaden im Jahr 2022 erfolgreich um Mittel aus dem Bundesförderprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (Öffnet in einem neuen Tab)" (kurz "ZIZ") beworben. Das Programm wurde ins Leben gerufen, um auf experimentelle Art und Weise die Innenstädte zu beleben und zu resilienten Stadtlagen beizutragen.



Für Wiesbaden ermöglicht das Förderprogramm im historischen Fünfeck und seinen fünf sehr verschiedenen Quartieren, eine Vielzahl von Projekten für das Zentrum der Stadt anzustoßen und umzusetzen.

W5 - 5 Quartiere ein Zentrum


Unter dem Motto „W5 - 5 Quartiere ein Zentrum“ sind die erklärten Ziele, die Innenstadt-Quartiere zu beleben und die Aufenthaltsqualität im historischen Fünfeck zu erhöhen, die Identifikation und Zugehörigkeit zu steigern sowie Attraktivität und Resilienz der Innenstadt zu stärken.

Konkrete Bausteine sind:

  • Spot an!: Begleitende Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsbeteiligung an der Weiterentwicklung und Vertiefung des vorhandenen Masterplan Innenstadt.
  • Reallabore: An unterschiedlichen Orten sollen temporäre Testphasen Experimentierräume bzw. Erprobungsräume für unterschiedliche Nutzungen entstehen, sogenannte Reallabore.
  • LoPas: Der partizipative Charakter wird durch die Gründung von "Lokalen Partnerschaften" (LoPa) sichergestellt, die an der Erarbeitung und der Umsetzung von Maßnahmen beteiligt sind.
  • "Sehen und gesehen werden": Neue und bestehende Events sollen etabliert beziehungsweise erweitert werden, um neue und alte Zielgruppen zu erreichen sowie das Image und die Identifikation mit Wiesbaden in der Stadt und der Region zu stärken.
  • "Blickkontakt": Ausstellungen, Installationen und Fotos sollen die Sichtbarkeit der Besonderheiten der Innenstadt erhöhen. Dabei ist es wichtig, dass etwas Neuartiges entsteht.
  • "Du bist eingeladen": Verschiedene kleine und kurze Interventionen an unerwarteten Orten sollen dazu einladen, das Historische Fünfeck immer wieder neu zu entdecken und zu verweilen.
  • Statistische Begleitung: Die Entwicklungen während der Projektlaufzeit werden durch statistische Erhebungen begleitet und transparent sichtbar gemacht.

Auf experimentelle Art und Weise soll so getestet werden, wie die Wiesbadener Innenstadt attraktiver und widerstandsfähiger werden kann und welche Lösungsansätze es für die großen Herausforderungen und Veränderungen der Innenstadt geben kann. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, Institutionen, Initiativen, Gewerbetreibenden, Eigentümern, Investoren, Unternehmen und der Verwaltung soll bis August 2025 ein Gesamtkonzept für die Wiesbadener Innenstadt entwickelt werden.

Auch interessant

Merkliste

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise