Grün- und Freiraumentwicklung
Die Landschaft bildet die Grundlage jeder Planung. Wiesbaden liegt zwischen Taunus und Rhein – diese besondere Lage prägt die Stadt und ihre Entwicklung.
Wiesbaden: Die Stadt aus der Landschaft
Die Taunushänge, Bachtäler, Quellen und der Rhein machen Wiesbaden einzigartig. Diese Landschaft war schon immer ein wichtiger Teil der Stadtplanung.
Im 19. Jahrhundert entstand das „grün-grau-blaue“ Wiesbaden. Der Dreiklang „Wasser – Villen – Grüne Paradiese“ war das Leitbild der Stadtentwicklung. Damals wuchs Wiesbaden rasant: Über 100.000 Menschen lebten hier und bis zu 200.000 Kurgäste kamen jedes Jahr.
Schon in der damaligen Stadtentwicklung war es wichtig, die Landschaft mit der Stadt zu verbinden und sie erlebbar zu machen. Es entstanden viele Wanderwege, Aussichtstürme und Hochpunkte, die besonders in den Vordergrund gestellt wurden, wie beispielsweise der Neroberg oder Biebricher Wasserturm. Außerdem stellten die innerstädtische Straßenzüge Sichtbeziehungen aus der Stadt heraus zum Taunus her. Zeugnisse der Gartenkunst finden sich in Wiesbaden wieder und sind typisch für sie.
Die besondere Verbindung von Natur und Stadt prägt Wiesbadens Identität bis heute.
Qualität statt Quantität
Im 20. Jahrhundert stand in Wiesbaden zunächst repräsentatives Grün im Vordergrund. Später ging es vor allem darum, die negativen Folgen der dichten Bebauung auszugleichen. Grünflächen sollten für bessere Lebensbedingungen sorgen. Ein Beispiel dafür sind die großzügigen Grünanlagen in Wiesbaden-Klarenthal und im Schelmengraben, die nach dem Prinzip der „gegliederten und aufgelockerten Stadt“ entstanden.
Heute geht es nicht nur um die Menge, sondern um die Qualität der Freiräume: Freiräume sind Ort der Stadtkultur und geben unterschiedlichen Lebensstilen Raum.
Die moderne Grün- und Freiraumplanung berücksichtigt viele Aspekte: Stadt-, Verkehrs- und Umweltplanung greifen ineinander. Unterschiedliche Ansprüche und Nutzungen treffen an einem Ort aufeinander. Damit Freiräume den Herausforderungen unserer Zeit gerecht werden, braucht es mehrdimensionale Konzepte. Ziel ist es, Freiräume zu schaffen, die nachhaltig, flexibel und für alle Menschen nutzbar sind.
Dieter Kienast, Schweizer LandschaftsarchitektUnsere Arbeit ist die Suche nach einer Natur der Stadt, deren Farbe nicht nur Grün, sondern auch Grau ist. Natur der Stadt heißt Baum, Hecke, Rasen, aber auch wasserdurchlässiger Belag, weiter Platz, strenger Kanal, hohe Mauer, offen gehaltene Frischluft- oder Sichtachse, das Zentrum und der Rand.
Freiräume für eine nachhaltige Stadt
Grün-grau-blaue Freiräume – was ist damit gemeint?
- Grün: Bäume, Hecken, Parks wie der Kurpark oder der Warme Damm.
- Grau: Plätze, Mauern, wasserdurchlässige Beläge.
- Blau: Bäche, Flüsse, Kanäle.
Freiräume müssen heute den Bedürfnissen vieler Menschen gerecht werden – unabhängig von Lebensphase, Herkunft oder Lebensstil.
Auch Klimawandel und Umweltfragen stellen neue Anforderungen an unsere Freiräume:
- Wasser ist ein Schlüsselelement der Freiraumentwicklung. Sie kühlen zum Beispiel die Umgebung und halten Wasser zurück.
- Bachtäler in Wiesbaden sind wichtig für das Stadtklima und dienen gleichzeitig als Erholungsräume.
Freiräume sind identitätsstiftende Orte. Sie schaffen Raum für Begegnungen und helfen uns, unsere Städte an neue Herausforderungen anzupassen.
Das Ziel: Eine nachhaltige Stadtentwicklung, die auf Freiräume setzt.
Ganz intensiv stehen seit einigen Jahren das Rhein- und Mainufer im Mittelpunkt der Freiraumentwicklung. Hierbei werden Maßnahmen am Ufer regelmäßig durch Mittel der Regionalpark-Dachgesellschaft umgesetzt.
Weitere Informationen
Stadtplanungsamt
Anschrift
65189 Wiesbaden
Postanschrift
65029 Wiesbaden
Anreise
Hinweise zum ÖPNV
Haltestelle Statistisches Bundesamt; Buslinien 16, 27, 28, 37, 45, X26, 262
Telefon
Öffnungszeiten
Um Terminvereinbarung wird gebeten.
Angaben zur Barrierefreiheit
- Ein barrierefreier Zugang ist vorhanden
- Das WC ist barrierefrei zu erreichen