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Stadtgeschichte

Gedenkstätte "Unter den Eichen"

Die Gedenkstätte "Unter den Eichen" wurde am 9. November 1991 eröffnet. Sie erinnert am Standort eines ehemaligen Bunkers, den KZ-Häftlinge für die SS bauen mussten, an das Wiesbadener Außenlager des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert.

Eingang zur Gedenkstätte "Unter den Eichen". Rechts befindet sich der alte SS-Bunker.
Eingang zur Gedenkstätte "Unter den Eichen"

Wegen Neukonzeption der Ausstellung vorübergehend geschlossen - Rundgänge möglich

Aufgrund von Sanierungsarbeiten hat die KZ-Gedenkstätte "Unter den Eichen"  vorübergehend geschlossen. Sofern es die Arbeiten zulassen, können Führungen weiterhin angeboten werden. Termine können per E-Mail an stadtarchiv@wiesbadende oder telefonisch unter der (0611) 313080 vereinbart werden.

Geschichte des Ortes

Die Gedenkstätte befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Reit- und Turnierplatzes "Unter den Eichen", auf dem in unmittelbarer Nähe das Wiesbadener Außenlager "Unter den Eichen" eingerichtet wurde. Dieses gehörte organisatorisch zum SS-Sonderlager/KZ Hinzert im Hunsrück in der Nähe von Hermeskeil. Die Gedenkstätte ist in einem ehemaligen Befehlsbunker untergebracht, den die Häftlinge für die Wiesbadener Verwaltungsstelle der Schutzstaffel (SS) bauen mussten.

Das KZ-Außenlager war errichtet worden, nachdem sich seit 1942 die alliierten Luftangriffe auf das deutsche Reichsgebiet drastisch verstärkt hatten. Die SS sah sich folglich gezwungen, für ihre Dienststellen besser geschützte Ausweichquartiere am Stadtrand zu errichten. Jürgen Stroop, Höherer SS- und Polizeiführer Rhein/Westmark mit Sitz in Wiesbaden, forderte hierfür Häftlinge aus dem SS-Sonderlager Hinzert an. Die ersten trafen im Frühjahr 1944 ein. Das recht kleine KZ "Unter den Eichen" bestand lediglich aus fünf einfachen Holzbaracken und war von einem Stacheldrahtzaun umgeben. Maximal 100 Häftlinge waren dort interniert. Die meisten von ihnen waren Luxemburger, aber auch Niederländer, Franzosen sowie ein Belgier und ein Deutscher waren darunter.

Das Lager unterstand der SS und wurde von Polizeikräften bewacht.

Im Befehlsbunker fanden SS-Leute und Polizeiwachmannschaften Schutz vor Luftangriffen. Den Häftlingen blieb dieser hingegen grundsätzlich versperrt. Sie mussten in solchen Fällen in Splittergräben Schutz suchen. Bei einem Bombenangriff kamen am 18. Dezember 1944 infolgedessen sechs Luxemburger Häftlinge ums Leben.

Das Wiesbadener Außenlager bestand bis zum 23. März 1945. An diesem Tag wurden die Häftlinge auf einen Evakuierungsmarsch in Richtung Frankfurt kommandiert, um dort erschossen zu werden. Der zuständige Kommandoführer führte den Befehl jedoch nicht aus und schickte die Häftlingen zu Fuß weiter in Richtung Friedberg. Einige Häftlinge hatten sich bereits in Wiesbaden absetzen können und unter anderem im Luft- und Sonnenband "Unter den Eichen" sowie im Café Ritter Unterschlupf gefunden, bis sie am 28. März von den Amerikanern befreit wurden.

Dauerausstellung

Die Dauerausstellung gliedert sich in folgende thematische Schwerpunktbereiche:

  • Wiesbaden in der Zeit des Nationalsozialismus
  • Geschichte des Geländes "Unter den Eichen"
  • Das SS-Sonderlager/KZ Hinzert
  • Geschichte der SS und Polizei in Wiesbaden
  • Das Wiesbadener Außenlager "Unter den Eichen"
  • Einrichtung der Gedenkstätte

Öffnungszeiten

Die KZ-Gedenkstätte ist von Mai bis einschließlich Oktober immer samstags von 14 bis 16 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Führungen sind nach Vereinbarung unter stadtarchivwiesbadende oder telefonisch unter (0611) 313080 möglich.

Adresse

Die Gedenkstätte "Unter den Eichen" befindet sich im Carl-von-Ibell-Weg gegenüber der Hausnummer 7. Sie wird vom Stadtarchiv Wiesbaden verwaltet.

Anreise

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Linie 3 bis zur Endhaltestelle "Unter den Eichen" und Linie 6 bis zur Endhaltestelle "Nordfriedhof".

Anreise mit dem Auto

Über Platter Straße zum Nordfriedhof, an der Ampel links abbiegen in die Straße Unter den Eichen, in der Linkskurve rechts auf Carl-von-Ibell-Weg abbiegen.

Vom Dürerplatz über die Albrecht-Dürer Straße, die Van-Dyck-Straße und die Schützenstraße, in der Rechtskurve links abbiegen.

Literatur

Bärbel Maul, Axel Ulrich: Das Wiesbadener Außenkommando "Unter den Eichen" des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert. Herausgeber: Landeshauptstadt Wiesbaden, Kulturamt - Stadtarchiv. 8. Auflage Wiesbaden 2014.

Stadtarchiv

Anschrift

Im Rad 42
65197 Wiesbaden

Postanschrift

Postfach 3920
65029 Wiesbaden

Hinweise zum ÖPNV

ÖPNV: Haltestelle Kleinfeldchen/Stadtarchiv, Buslinien 4, 17, 23, 24 und 27 sowie Haltestelle Künstlerviertel/Stadtarchiv, Buslinie 18.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten des Lesesaals:

  • Montag: 9 bis 12 Uhr
  • Dienstag: 9 bis 16 Uhr
  • Mittwoch: 9 bis 18 Uhr
  • Donnerstag: 12 bis 16 Uhr
  • Freitag: geschlossen

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